Die “Kulturnation” Österreich ist wie die Studie des Instituts für Kulturmanagement und Kulturwissenschaft Wien (IKM) ein schöner Mythos. Die Kulturausgaben des Bundes erreichten 2004 inflationsbereinigt den niedrigsten Wert seit 1995.
Ein für (freie) Theater in Österreich besonders interessanter Punkt in dieser Studie ist “Die Praxis der Kunstförderungsverwaltung in der Kunstsektion des Bundeskanzleramtes“. In diesem Teil werden verschiedene Problemfelder aufgezeigt, wie z.B.
- dass die Auskünfte über die Förderungskriterien vage sind, der Beirat oft abgeschirmt wird und auch Entscheidungen des Beirats nur selten zum Ansuchenden komplett durchgereicht werden.
- dass die Bearbeitungsdauer der Ansuchen im Bereich der Theaterförderung durchschnittlich über 17 Wochen ist und ein Viertel der Befragten länger als 6 Monate auf eine Antwort warten musste.
- dass eine Gruppe von 35 “Dauerkunden” über 86% (!) der Theaterförderung der Kunstsektion beanspruchten.
- dass die Wien-Zentriertheit der Theaterförderung des Bundes eindeutig nachgewiesen werden kann. Was sagen da eigentlich die Kulturlandesräte der Bundesländer dazu?
Die erwähnte Studie ist hier zu finden: Institut für Kulturmanagement und Kulturwissenschaft Wien