1994 - 1999

Die ersten Jahre

Publikum auf Schloss Goldegg

| 1994/5 |

Die Gründer der theaterachse trafen sich 1993 zum ersten Mal bei einem Projekt des Salzburger Amateurtheaterverbands. Mit Doris Harder wurde dabei die Produktion Herz & Leber, Hund & Schwein von Hansjörg Schneider erarbeitet und sehr erfolgreich in den Jahren 1994 und 1995 gespielt. Aus diesem Projekt ergab sich der Wunsch, weitere gemeinsame Projekte zu machen. Da die einzelnen Schauspieler zu dieser gerade begannen auf die jeweiligen Schauspielschulen zu gehen, war nur ein Zeitraum frei, um gemeinsam Theater zu machen: der Sommer.

| 1996 |

Und so entstand 1996 die Produktion Cyrano de Bergerac, wieder in der Regie von Doris Harder. Mit diesem Stück wurde das aktive Bespielen von Burgen und Schlössern - eines der Markenzeichen der theaterachse - begonnen. Kein Burghof in Salzburg war vor der theaterachse sicher. So wurde das Stück auf der Festung Hohensalzburg zum Beispiel an insgesamt fünf Schauplätzen gezeigt und das Publikum musste mit den Schauspielern jeweils von Spielort zu Spielort in der Burg mitwandern.

| 1997 |

Der grosse Erfolg von Cyrano de Bergerac führte zur nächsten Produktion: Mathias Schuh nahm sich das Mammutwerk Don Quijote von Miguel Cervantes vor und im Juli 1997 hatte dieses Stück an einem unserer - bis heute - Hauptspielorte, der Mildenburg in Miltenberg (D), Premiere. Das Stück ist vielen unter anderem wegen der großen Schafherde in Erinnerung, die wir damals auf die Bühne gezaubert haben. Auf der Festung Hohensalzburg hat sich dann ein Sturm an den (Luftballon-)Schafen vergriffen und einen Teil davon auf die Dächer der Festung geweht. Thomas Schächl gab den Don Quijote und legendär dabei sein Blumenmarsch durch den ehemaligen Renaissance-Garten auf Schloss Hexenagger und der Abgang in den See in Zell/Moos.

| 1998 |

Das folgende Jahr sollte wieder ein Klassiker der Weltliteratur am Spielplan stehen und mit Victor Hugos Der Glöckner von Notre-Dame war dieser auch bald gefunden. Markus Steinwender inszenierte dieses Spektakel mit Gauklern und einem Hauptdarsteller der zwar wenig Text hatte, sich aber mit jedem seiner Blicke und Bewegungen in die Herzen der Zuschauer spielte: Rainer Plattner als Der Glöckner von Notre-Dame. Das Objekt der Begierde spielte Claudia Brunner und Mathias Schuh gab den Dom Claude Frollo. Wie schon bei Don Quijote war wieder ein Live-Musiker auf der Bühne dabei, diesmal Birgit Marckhgott die Manfred Wambacher ablöste.

| 1999 |

Die theaterachse wurde mit den Sommerstücken immer erfolgreicher und jedes Jahr waren mehr Termine, mehr Spielorte zu bespielen. Im Jahr 1999 folgte dann mit Ein Sommernachtstraum von William Shakespeare in der Regie von Ramin Yegani-Fard eine Produktion, die begann den Begriff Sommertheater hinter sich zu lassen. Yegani-Fard hatte eine klare, sehr starke Fassung des Stücks für uns erstellt, wir probten und erlebten bei der Premiere zum ersten Mal, wenn Publikum überfordert wird. Nicht jeder wollte sich “seinen” Shakespeare mal anders ansehen und so kam es zur legendären Vorstellung in der Burg Mauterndorf, bei der von 180 Zuschauern nach der Pause nur mehr 80 da waren. Die waren dafür völlig begeistert und klatschten für 300. Auch die Presse zeigte sich begeistert und viele treue Fans, die wir seit diesen Jahren bis heute haben.

Für uns wurde damit eines wichtig: wir wollten weiter unberechenbar bleiben. Es sollte nicht passieren, dass man eine theaterachse-Vorstellung gesehen hat und damit alle weiteren auch. Das wurde zum Grundsatz für die nächsten Jahre.